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LJUBLJANA

Sympathisch, bezaubernd, entspannt – diese Adjektive fallen einem spontan ein, wenn man Ljubljana adhoc beschreiben soll.

 

 

Jedenfalls ist es sicherlich eine der gechilltesten Hauptstädte, die es auf der Welt gibt. Gerade mal 280.000 Einwohner hat die Kapitale von Slowenien und 60.000 davon sind Studenten, die das Stadtbild erheblich mitprägen. Vor allem die überwältigende Vielfalt an Gastronomie begeistert einen erstmaligen Besucher und lässt Ljubljana weltstädtisch erscheinen.

 

 

Urban und dann an vielen Stellen auch wieder fast ländlich, so präsentiert sich die Stadt, die slawische, italienische und aber auch sehr viel österreichische Einflüsse zu verzeichnen hat.

 

 

Wir haben uns über Airbnb bei Miro, einem sympathischen Ljubljancano einquartiert. Die Wohnung liegt optimal nur ca. 15 Gehminuten vom zentralsten Punkt der Stadt und nur ein paar Schritte vom Ufer der Lubljanica entfernt. Die Unterkunft ist ein Glückstreffer: Großzügig, bestens und gemütlich ausgestattet, sauber und mit einer großen Dachterrasse sowie einem Parkplatz. Besser geht es nicht für unsere Zwecke.

 

 

An unserem ersten Tag in Ljubljana lassen wir uns einfach so treiben und begeistern. Entlang der Lubljanica, die sich durch die Altstadt windet und vielen Cafés und Restaurants eine malerische Kulisse bietet, schlendern wir ins Zentrum. Ein Lokal reiht sich ans andere und wirkt witzig inszeniert und mit viel Liebe gestaltet.

 

 

 

Obwohl über den Feiertag auch viele Touristen in der Stadt sind, scheinen aber eher die Einheimischen und die Studenten das Bild zu prägen. Je weiter man sich nun dem Stadtplatz und dem alten Markt, den zentralsten Plätzen der Stadt, nähert, um so mehr wird einem der österreichische Einfluss in der Architektur bewusst. Eine hübsche Jugendstilfassade reiht sich an die nächste.

 

 

Die Ljubljaner Burg überragt die Stadt recht imposant. Man hat die Möglichkeit sie bei einer kleinen Wanderung zu erklimmen oder man wählt die einfachere Lösung mit der Standseilbahn. Wir entscheiden uns für die erste Variante und werden für den kurzen Aufstieg mit einem tollen Blick auf die Stadt belohnt. In der Burg selbst gibt es einige Museen, die wir aber nicht für so besuchenswert erachten. Allerdings gibt es in dem Kellergewölbe unter dem Burgcafé jeden Freitagabend eine Jam-Session, die sich mehr lohnt.

 

 

 

 

 

Überhaupt hat man das Gefühl, dass ein Festival das andere in der umtriebigen Stadt jagt. Eine feste Größe ist das im Sommer jeden Freitag stattfindende Event „Open Kitchen“ wo arrivierte Köche, bodenständige Gastronomen oder internationale Restaurantbetreiber ihre Köstlichkeiten an Ständen am Marktplatz anbieten. Wem das zu wenig gemütlich ist, der kann sich gegenüber an der Markthalle an den vielen draußen aufgestellten Tischen niederlassen und die vielfältigen Düfte auf sich wirken lassen.

 

 

Am Abend haben wir uns im Guizina einen Tisch reserviert. Das authentisch slowenische Essen wird hier sehr gelobt. Man sollte sich auf deftige Spezialitäten einlassen können, sonst wird man hier allerdings eher enttäuscht.

 

 

 

Wer es weniger herzhaft möchte, der ist in der slowenischen Hauptstadt ebenfalls bestens aufgehoben. Kuchen, Torten, Palatschinken, Strudel – auch bei den Nachspeisen lassen sich die österreichischen Einflüsse häufig nicht leugnen. Das beste Eis der Stadt gibt es übrigens im Café Cacao, das man entweder im Vorbeigehen im Straßenverkauf mitnehmen oder sich mit Blick auf die Burg und die Markthallen auch am Ufer der Lubljanca in den gemütlichen Loungemöbeln des Cafés niederlassen kann.

 

 

 

Jeden Tag um 11.00 Uhr und im Sommer auch um 15.00 Uhr (Treffpunkt an der roten Kirche am Presernov Trg) bieten die „Free Guides“ eine kostenlose zweistündige Stadtführung zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Ljubljana an. Am Ende gibt man, wenn es einem gefallen hat, ein Trinkgeld. Der Guide ist klasse, allerdings ist die Gruppe an diesem Brückentag, obwohl drei Guides parat stehen, viel zu groß, sodass wir uns nach wenigen Minuten gegen eine Teilnahme entscheiden und uns lieber wieder auf eigene Faust durch die Stadt treiben lassen. Ljubljana ist auch deswegen so entspannend für einen Städtetrip, da man nie das Gefühl hat, in dem überschaubaren Zentrum, irgendeine Hauptsehenswürdigkeit übersehen zu haben. So bleibt mit gutem Gewissen auch noch ausreichend Zeit für einen kleinen Bummel durch die hüschen Geschäfte der Altstadt.

 

 

 

 

Einen fast so guten Blick wie von der Burg und weniger anstrendend, hat man übrigens auch von dem 13 Stockwerke hohen Neboticnik. In den 1930er Jahren zählte das Gebäude zu Europas höchsten Wolkenkratzern. Heute ist dort oben eine Lounge mit Rundum-Panorama-Terrasse untergebracht.

 

 

Natürlich hat eine so große Studentenstadt auch eine alternative Szene: Metelkova Mesto. Allein wegen der Graffities, die sich hier an den Hauswänden finden, sollte man diesen kleinen Abstecher in den Norden der Stadt machen. Ansonten geht es hier untertags eher beschaulich zu und das Leben beginnt erst in der Nacht in den zahlreichen Musikclubs.

 

 

 

Nur etwa 40 Autominuten von Ljubljana entfernt liegt Bled, das vor allem für seinen malerischen See berühmt ist. Wir legen hier auf der Rückfahrt noch eine kleine Pause für einen Spaziergang rund um den See ein. Der Abstecher ist es auf jeden Fall wert, auch wenn wir kein Boot zur Insel nehmen, wo die idyllische Kirche Maria Himmelfahrt steht.

 

 

 

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