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SAUDI-ARABIEN

Vision 2030 – das ist das Schlagwort für den Tourismus in Saudi-Arabien. Wenn es nach dem saudischen Kronprinzen geht, zählt das Land bis 2030 zu den führenden Tourismusdestinationen der Welt. Im Rahmen dieser ambitionierten Zielsetzung führte mich ein berufliches Projekt in eines der abgeschottetsten Länder der Welt, das sich jedoch jetzt im Aufbruch rüstet und im schnellen Wandel befindet.

 

 

Saudi-Arabien zählt sicherlich zu den wenigen Ländern auf unserem Planeten, über die im Rest der Welt kaum Informationen vorliegen, meist nur negative Schlagzeilen nach außen dringen und sich Mythen von unermesslichem Reichtum und Menschrenrechtsverletzungen ranken. Auch bringt man rechtlose voll verschleierte Frauen, poltischen Radikalismus und striktes Alkoholverbot mit dem Golfstaat in Verbindung. Nicht gerade die optimalen Voraussetzungen für eine blühende Tourismusdestination – aber wie immer lohnt es sich, genauer hinzusehen und dann darf man sich auf Überraschungen freuen.

 

 

Die erste Überraschung war schon, dass es seit einigen Monaten total einfach ist, in das Königreich Saudi-Arabien einzureisen mittels eines E-Visums. Das Ausfüllen geht in wenigen Minuten und die Genehmigung erfolgte in meinem Fall innerhalb von zwei Stunden. Jedoch sollte man eine Vorlaufzeit von mindestens drei Werktagen einplanen. Der Preis ist mit 188 Euro nicht gerade ein Schnäppchen, aber er beinhaltet auch eine obligatorische Versicherung für Saudi-Arabien.

Flugtechnisch ist Saudi-Arabien am besten mit der Lufthansa von Frankfurt aus zu erreichen. Täglich gibt es von dort Verbindungen nach Riad. München wird von der Air Saudia fast täglich ab Jeddah angeflogen. Die Flugzeit beträgt etwas mehr als fünf Stunden.

 

 

Die nächste Überraschung ist, dass Frauen in Saudi-Arabien seit etwa zwei Monaten kein Kopftuch mehr tragen müssen. Diese Freiheit nutzen aber derzeit eigentlich nur westliche Frauen. Die Einheimischen verzichten eher selten auf die Kopfbedeckung. Auch ist die Abaya, das dunkle lange Kleid, nicht mehr obligatorisch. Aber ich trage es noch, auch aus Respekt unseren Geschäftspartnern gegenüber. Ich habe es mir aus Indien mitgebracht und ist eigentlich eine optimale Reisegarderobe. Noch nie habe ich so schnell meine Koffer gepackt: Leggins und T-Shirts drunter, die Abaya drüber und fertig ist das Business-Outfit.

 

Hotelhalle des Hyatt Regency in Riad

meine Kollegen vor Ort

Das Kleidungsstück Abaya streife ich kurz vor der Landung in Riad über. Wenige Minuten später ist auch die Einreise über der Bühne: Unkompliziert, zügig und professionell. Der Transfer zur Innenstadt von Riad, einer Metropole mit vier Millionen Einwohner, dauert zwischen 40 Minuten und zwei Stunden, je nach Verkehr, der in Riad unberrechenbar ist.

 

 

Was bietet nun das Land, um zur Erfüllung der Vision 2030 bis zu 100 Millionen Touristen ins Land zu locken?

  • Riad, eine Stadt, die eine Mischung zwischen Wonderland und Wirtschaftsmetropole ist.
  • Jeddah, eine multikulturelle Stadt am Roten Meer mit einer attraktiven Altstadt und einer herrlichen Strandpromenade.
  • Ausgrabungen, Archäologische Fundstätten, Paläste, Wüste, Korallenriff, Sandstrände

 

 

Auch wenn mein Aufenthalt in einem beruflichen Kontext verlief, so fühlte ich mich auch als Frau sehr wohl in dem Land, in dem die Rechte der Frauen immer noch sehr beschränkt sind. Die Gastfreundschaft der Saudis überraschte mich ähnlich wie damals im Iran. Auch der Umgang mit mir war jederzeit sehr wertschätzend, vor allem, weil ich mich auch an die Regeln des Landes hielt.

 

Ich bin überzeugt davon, dass Saudi-Arabien als Tourismusdestination eine große Zukunft besitzt, wenn die Öffnung des Landes weiterhin vorsichtig vorangetrieben wird. Weitere Prognosen zum jetzigen Zeitpunkt wären reine Spekulation.

 

die süßen Laster Arabiens

 

Blick aufs Rote Meer

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