Alle Artikel in: Italien

MAILAND

Es war bestimmt 20 Jahre her, dass ich das letzte Mal in Mailand war. Ich hatte die Stadt als elegant, ein wenig versnobt und eher unitalienisch in Erinnerung. So war es also höchste Zeit mal wieder nachzusehen, welche Veränderungen die Zeit in der als Hochburg von Moderne und Wirtschaft geltenden Metropole mit sich gebracht hat. Und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber nicht eine so aufgeschlossene, internationale Stadt, zu der sich Mailand inzwischen entwickelt hat. Und offensichtlich haben sie inzwischen auch die Touristen für sich entdeckt, die sich früher immer lieber den historisch bedeutenderen Städten in Italien zugewandet haben.     Wir hatten unglaubliches Glück für unseren Kurztripp Ende Febaschte uns das mediterrane Klima, das man in Mailand eher selten spürt, mit 21 Grad. Ich hatte mich dafür entschieden mit dem Auto anzureisen. Von Augsburg aus ist das kürzer als erst nach München zu fahren, Puffer einzubauen, Wartezeit am Flughafen, Flug und dann den Weg von Malpensa mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt. Nein, …

MARTELLTAL

Ich dachte immer, ich würde den größten Teil der Täler Südtirols, wenigstens dem Namen nach, kennen. Aber offensichtlich gibt es, wie das Martelltal zeigt, doch selbst in einer so touristischen Region noch einige, mir unbekannte Regionen. Das Martelltal – ein Seitental des Vinschgaus Dabei wurde das Martelltal, das ein Seitental des Etschtals im mittleren Vinschgau ist, schon relativ früh für den Tourismus erschlossen. Schon in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde dort die erste Schutzhütte des Alpenvereins erbaut. Um diese Zeit entstand auch eine Art Kurbetrieb in Bad Salt, einem kleinen Örtchen in der Mitte des Tales. Eine dunklere Seite des Fremdenverkehrs begann in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, als am Ende des Martelltals die Italiener das monumentale Hotel Paradiso erbauten, das lediglich zwei Jahre in Betrieb war, bis der zweite Weltkrieg ausbrach. Nach dem Krieg ging es schon 1946 in Konkurs, erlebte einige Wiederbelebungsversuche und steht nun wie ein Mahnmal inmitten des Nationalparks Stilfser Joch, zu dem das Martelltal gehört. Das im Zerfall begriffene Hotelgebäude ist wahrlich keine Zierde, aber dennoch wirkt …

Spezialität des Hauses

I DÙ DELA CONTRADA

Wir Bayern lieben ja den Gardasee und halten ihn viele Wochen im Jahr, vor allem den nördlichen Teil des Sees, fest in unserer Hand. Einer relativ geringen Anzahl an Landsleuten gelingt es bis in den Süden vorzudringen und dort ihr Urlaubsdomizil aufzuschlagen. Und noch wenigere wagen sich weg vom See in die bezaubernden Städte der Lombardei oder des Veneto, die vom Südufer des Gardasees in weniger als einer Stunde Fahrzeit zu erreichen sind. Eine dieser verkannten Schönheiten ist Brescia. Über die Stadt gäbe es ganz viel zu erzählen. Sie bietet nicht nur wunderschöne Architektur aus verschiedenen Zeitepochen und eine erstaunliche Geschichte, sondern auch besonders viele gastronomische Highlights. Ich möchte mich aber heute auf die Beschreibung der abendlichen Atmosphäre und auf ein Lokal beschränken. Im Gegensatz zu manch geschäftiger und bisweilen auch lauten italienischen Altstadt, hat man in Brescia das Gefühl, in einer Oase der Ruhe gelandet zu sein. Überall gibt es Außengastronomie: Restaurants, Tavernen, Bars und Cafés füllen die wunderschönen Plätze, die ganz häufig für den Stadtverkehr gesperrt sind, sodass diese himmlische Ruhe nicht von …

Hotel Gitschberg

HOTEL GITSCHBERG – MERANSEN

Direkt auf der Rennstrecke Brenner – Bozen liegt das Hotel Gitschberg nicht. Man muss sich schon ein paar Kilometer abseits der Autobahn hinauf auf 1400 m Höhe nach Meransen begeben, um dort in grandioser Lage im ersten KlimaHotel (c) Südtirols zu residieren. Südtirol nicht nur ums Hotel herum, sondern auch im Hotel Hier fühlt man sich von Anfang an einfach wohl, ohne Wenn und Aber. Hier gibt es keinen aufgesetzten Alpenkitsch, hier ist man authentisch. Angefangen vom Interieur über die Wellnessanwendungen, das kulinarische Angebot bis hin zum Team und dem Hoteliersehepaar Barbara und Horst Peintner. Die beiden haben es sich in den letzten Jahren zur Aufgabe gemacht, ein Haus zu gestalten, in dem die heimischen Ressourcen geachtet und gezielt eingesetzt werden. Das Ganze jedoch, ohne im ökologischen Sinne belehrend wirken zu wollen. Behaglichkeit und Gastlichkeit stehen im gesamten Haus an vorderer Stelle. Allein die Ruheabteile im Wellnessbereich, wo es überall nach heimischen Hölzern und frischem Heu duftet, aber auch das gemütliche Kaminzimmer, wo man sich fast wie im eigenen Wohnzimmer fühlt, beweisen, dass das Streben …

Floating Piers

FLOATING PIERS

Die Chance, die Installation „The Floating Piers“ vom „Verpackungskünstler“ Christo live am Iseosee zu sehen, wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Allerdings ermutigten die Berichte in den Medien nicht gerade zum Besuch: Von chaotischen Verhältnissen aufgrund der Besuchermassen, von schlechter Organisation vor Ort und der schwierigen Erreichbarkeit des Sees war da die Rede. Aber wollte ich mich davon aufhalten lassen? Mit Sicherheit nicht. The Floating Piers verbinden Sulzano mit zwei Inseln Der Meister Christo hatte Jahrzehnte versucht, in anderen Teilen der Welt dieses Projekt zu realisieren. Am beschaulichen Iseosee ist es ihm nun gelungen. 220.000 mit Stoff bespannte Schwimmkörper verbinden den Ort Sulzano auf bis zu 16 Meter breiten Stegen mit zwei im See gelegenen Inseln. Drei Kilometer führt der leicht schwankende, weithin sichtbare orangefarbene Parcours  über den See. Wenn man seine Runde absolviert hat, hat man etwa sechs Kilometer auf dem Wasser schlendernd zurückgelegt. Die Recherche, wie und wann man es denn am einfachsten anstellt, nach Sulzano und zu den Floating Piers zu gelangen, war nicht ganz einfach im Internet. Shuttlebusse, Boote …

Szene der Aida in der Arena di Verona

VERONA UND AIDA

Seit Tagen hatte ich den Wetterbericht im Blick, aber die Temperaturen, die für Verona und das kommende Wochenende vorhergesagt wurden, tummelten sich hartnäckig rund um die 40 Grad Marke. Das ließ einen wohl temperierten Aida-Abend in der Arena di Verona erwarten, denn jedenfalls bestand keine Gefahr, sich auf kalten Steinstufen zu verkühlen, während man der Opernaufführung lauschte. Da ich diesmal in Begleitung meiner Familie reiste, hatte ich mich erstmalig für eine Unterkunft bei Airbnb entschieden. Das Angebot für Verona war unglaublich groß und vor allem preislich wesentlich interessanter als die zur Arena-Zeit überteuerten und mit Touristen überfüllten Hotels. Außerdem schien mir dies für 4 Personen die optimale Variante. Die Entscheidung fiel auf eine Wohnung, vermietet durch Elena, die nur etwa 10 Gehminuten von der Arena entfernt im noblen Bankenviertel der Stadt mit Bars und Restaurants lag und schon durch die Fotos im Internet bestach. Wenn diese Aufnahmen tatsächlich der Realität entsprachen, dann konnte bei unserem kleinen Familienausflug eigentlich nichts mehr schiefgehen. Und sie entsprachen der Wirklichkeit! Die Wohnung war klasse. Elegant, aber dennoch behaglich eingerichtet, …