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DOCUMENTA 14

Im Juni 2017 war es wieder so weit. Die Documenta 14, die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst, öffnete am 10. Juni ihre Pforten und wer Lust hat, sich dieses kulturelle Großereignis nicht entgehen zu lassen und einen Abstecher nach Kassel zu machen, kann dies noch bis 17. September tun.

160 Künstler an 30 Ausstellungsplätzen

Es lohnt sich allemal, wenngleich ein Tagesausflug aus dem Süden – wenn man wenigstens ein bisschen was aus dem Repertoire der 160 ausstellenden Künstler an 30 verschiedenen Ausstellungsplätzen der Stadt sehen will – eine recht anstrengende Angelegenheit wird. Um es vorneweg zu nehmen: Man bräuchte wohl jeden einzelnen der 100 Tage, um sich intensiv mit den Installationen und Projekten auseinanderzusetzen und sich ein Bild der Botschaften, die die schaffenden Künstler vermitteln wollen, machen zu können. Diese Zeit hatten wir nicht, aber gelohnt hat sich der Kurzbesuch in Kassel allemal.

Wir hatten uns einen Tag unter der Woche Anfang August ausgesucht, aber die Besucherströme sind an den Tagen unwesentlich verschieden, denn während der 100 Tage dauernden Ausstellung werden in Kassel mehr als 850.000 Besucher erwartet. Schon bei der Halbzeit Ende Juli war klar, dass man den Rekord der letzten Documenta 2012 auf jeden Fall einstellen und übertreffen wird.

Und das, obwohl es auch ausreichend Kritik zu der Veranstaltung gab. Der größte Aufreger war sicherlich, dass die 60-jährige Tradition gebrochen wurde und die Ausstellung sich auf zwei Schauplätze, nämlich Athen und Kassel erstreckte und damit insgesamt auch die Standarddauer von 100 Tagen weit überschritt.

Mehr als ein Tagesausflug

Für uns zeigte sich jedoch lediglich das Manko, dass die Orientierungspläne, die an der Kasse beim Ticketkauf (22 € p.P. / Tagesticket) ausgehändigt werden, so schlecht waren, dass sie wenig Hilfe beim Auffinden der in der Stadt verstreuten Ausstellungshallen und Objekte boten. Ansonsten hatten wir kaum Zeit, uns über Unzulänglichkeiten aufzuregen, sondern waren während unseres Kasselaufenthalts vollauf damit beschäftigt, so viel wie möglich zu sehen und aufzunehmen.

Wie bei jeder Documenta sind es auch diesmal vor allem die imposanten Installationen im Außenbereich, die für Aufmerksamkeit sorgen und in den Medien besprochen werden.

Faszinierende Außen-Installationen auf der Documenta 14

Zu den bekanntesten Kunstwerken der documenta 14 in Kassel gehört sicherlich das Parthenon der Bücher von Martha Minujin. Die Nachbildung eines griechischen Tempels auf der Akropolis nimmt mit 66 x 30 Metern einen Großteil des Friedrichsplatzes ein. Die Säulen des Tempels sind mit Büchern verbotener Autoren bestückt und stellen ein Mahnmal für Meinungsfreiheit sowie gegen Zensur und Verfolgung dar.

Parthenon der Bücher

Auf der Karlswiese in Kassel befindet sich die Mühle des Blutes, ein hölzernes Räderwerk, welches eines der Hauptanziehungspunkte der documenta 14 ist. Zur Zeit der spanischen Eroberer nutzte man solche Mühlen, um in den Silberminen Boliviens unter Einsatz von Sklavenarbeit Münzen zu prägen. Der Nachbau des Künstlers Antonio Vega Maceotelas lässt sich als Kritik an kapitalistischen Arbeitsbedingungen deuten.

Mühle des Blutes

In der Liste der Kunstwerke, die man gesehen haben muss, dürfen auf keinen Fall die Kanalrohre mit Innenleben fehlen. Der irakische Installationskünstler Hiwa K. gestaltete sie so, dass man in ihnen wohnen kann. Das Kunstwerk hat einen persönlichen Bezug zum Künstler, denn er floh in einem LKW mit übereinandergestapelten Rohren aus dem Irak.

Kanalrohre mit Innenleben

Kanalrohre mit Innenleben

Ein wenig außerhalb vom Zentrum, in der Nordstadt befindet sich das Kunstwerk „Living Pyramid“  der Künstlerin Agnes Denes. Die Pyramide wurde zur Documenta 14 mit Blumen und Gräsern bepflanzt und soll die soziale Struktur der  Gesellschaft widerspiegeln.

Living Pyramid

Wir konnten natürlich nur Bruchstücke der Ausstellungen in den Innenräumlichkeiten sehen, aber ein paar weitere Impressionen folgen hier:

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