Alle Artikel in: Kulturtipps

Teezeremonie

JAPANISCHES TEEHAUS

Den Chinesischen Turm im Englischen Garten kennen alle Münchner. Aber das Japanische Teehaus? Kaum einer nimmt es zur Kenntnis und wenn wir nicht im Zuge der Vorbereitungen zu unserer Japanreise gerade alles aufsaugen würden, was mit Japan zu tun hat, wäre es uns wohl auch verborgen geblieben. Freunde hatten uns darauf aufmerksam gemacht und zwar auf die an einem Wochenende im Monat im Teehaus stattfindenden japanischen Teezeremonien. Wir hatten uns mit dem Gedanken getragen, an einem Teeritual in Japan teilzunehmen. Aber letztendlich hat uns dann die zeitliche und monetäre Investition davon abgehalten. Eine traditionelle Zeremonie dauert Stunden, mit Vor- und Nachbereitung sogar Tage. Und man kann dafür in Japan gut und gerne 100 bis 200 Euro hinlegen, ohne sicher zu sein, nicht doch in einem touristischen Spektakel gelandet zu sein. Unbekanntes Kleinod im Englischen Garten Da bietet doch das Japanische Teehaus im Englischen Garten eine völlig andere Perspektive. Gerade mal 8 Euro kostet die Vorführung, die von Freiwilligen der Gesellschaft der Freunde des Teewegs e.V. gestaltet wird. Bei einer Einführung erfährt man Interessantes über die …

Floating Piers

FLOATING PIERS

Die Chance, die Installation „The Floating Piers“ vom „Verpackungskünstler“ Christo live am Iseosee zu sehen, wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Allerdings ermutigten die Berichte in den Medien nicht gerade zum Besuch: Von chaotischen Verhältnissen aufgrund der Besuchermassen, von schlechter Organisation vor Ort und der schwierigen Erreichbarkeit des Sees war da die Rede. Aber wollte ich mich davon aufhalten lassen? Mit Sicherheit nicht. The Floating Piers verbinden Sulzano mit zwei Inseln Der Meister Christo hatte Jahrzehnte versucht, in anderen Teilen der Welt dieses Projekt zu realisieren. Am beschaulichen Iseosee ist es ihm nun gelungen. 220.000 mit Stoff bespannte Schwimmkörper verbinden den Ort Sulzano auf bis zu 16 Meter breiten Stegen mit zwei im See gelegenen Inseln. Drei Kilometer führt der leicht schwankende, weithin sichtbare orangefarbene Parcours  über den See. Wenn man seine Runde absolviert hat, hat man etwa sechs Kilometer auf dem Wasser schlendernd zurückgelegt. Die Recherche, wie und wann man es denn am einfachsten anstellt, nach Sulzano und zu den Floating Piers zu gelangen, war nicht ganz einfach im Internet. Shuttlebusse, Boote …

Champagner-Diven auf dem Kreuzfahrtschiff

CHAMPAGNER-DIVEN IN DER DREHLEIER

Zwei Sopranistinnen und eine Pianistin, Elke Kottmair, Gigi Pfundmair und Michaela Schlotter versprachen – augenzwinkernd – vergnügliche musikalische Stunden. Als „Champagner-Diven“ gastierten sie im Theater Drehleier in München. Die Champagner-Diven auf der Suche nach dem idealen Mann In dem von den dreien selbst arrangierten und geschriebenen Programm präsentierten die Diven „Szenen aus dem ganz normalen Alltagswahnsinn echt blonder Bühnenträume“. Dazu bedienten sie sich berühmter Titel aus Oper, Operette oder dem Chanson-Fach. Mal sangen sie wohlklingend, mal gekonnt schräg, in jedem Fall mit großem Hang zu humoristischen Einlagen. Das Theater Drehleier ist seit 40 Jahren eine Institution in der Kleinkunst-Szenerie in München. Während die ersten Jahre an der Balanstraße stattfanden, findet man das Theater und die dazugehörige Gastronomie seit nunmehr 15 Jahren in der Rosenheimer Straße.

Kellertheater

DER HERR KARL

Vor Jahren hatte ich von dem Stück „Der Herr Karl“ einmal gelesen, es wieder vergessen und nun war es mir wieder begegnet, als ich nach einer Veranstaltung Ausschau hielt, die ich bei meinem Innsbruckaufenthalt besuchen könnte. Der Herr Karl ist ein zwischen Theaterstück und Kabarett angesiedelter  Monolog, der 1961 von Helmut Qualtinger geschrieben wurde. Das Ein-Personen-Stück, das zunächst mit Qualtinger als Darsteller für das österreichische Fernsehen verfilmt und anschließend auf zahlreichen Bühnen aufgeführt wurde, sorgte in Österreich für heftige Kontroversen. Der Herr Karl im Kellertheater Innsbruck Der Herr Karl erzählt dem Zuschauer seine Lebensgeschichte, während er bei der Arbeit im Lager eines Feinkostgeschäftes sitzt. Dabei entpuppt sich der Erzähler zunehmend als opportunistischer Mitläufer aus dem kleinbürgerlichen Milieu, der sich in der wechselhaften österreichischen Geschichte immer auf die für ihn nutzbringende Seite schlägt, gemäß dem Motto „Man muss es sich halt ein bissl richten“. Böse Zungen behaupten, Helmut Qualtinger hätte der österreichischen Seele einen Namen gegeben: Herr Karl – und man könne Österreich nur verstehen, wenn man einmal in seinem Leben „Der Herr Karl“ gesehen hat. …

Die große Opernnacht mit Elke Kottmair

GROßE OPERNNACHT

Im Kongress am Park stand am Sonntagabend ein musikalisches Highlight auf dem Programm, nämlich die Große Opernnacht mit dem Schwäbischen Sinfonieorchester und einer großen Chorgemeinschaft mit 140 Musikern und Sängern. Die Leitung des Konzerts „Die große Opernnacht“, das beim Publikum sehr großen Anklang fand, hatte der international renommierte Dirigent Gerhard Fackler. Die Neue Schwäbische Sinfonie eröffnete das Konzert mit dem Vorspiel zu Carmen und beschloss es mit „Orfeus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Zwischen Auftakt und Schlussakkord begleitete sie die Chorgemeinschaft, die aus 100 Sängern aus der Region bestand und mit Beiträgen wie dem Gefangenenchor aus „Nabucco“ und im Feuerstrom der Reben aus der „Fledermaus“ brillierte. Die große Opernnacht mit Elke Kottmair und Adam Sanchez als Solisten Am meisten begeisterten das Publikum jedoch die beiden Solisten Adam Sanchez und die Sopranistin Elke Kottmair, die in Augsburg sozusagen ein Heimspiel im Kongress im Park hatte. Stimmgewaltig und gefühlvoll glänzten sie in ihren Arien wie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ aus der Zauberflöte oder „Liebe, du Himmel auf Erden“ aus „Paganini“. Die Sopranistin Elke Kottmair, derzeit …

Skyline von Frankfurt

FRANKFURT UND STIFFELIO

Warum muss man ausgerechnet in die Oper Frankfurt? Die Aufgabenstellung war gar nicht so einfach: Nämlich ein Geschenk zu finden für einen Opernliebhaber, der fast alle Opernhäuser in Europa gesehen und unermesslich viele Opern bereits erlebt und gehört hatte. Außerdem sollte das Reiseziel maximal vier Auto- oder Bahnstunden entfernt sein und natürlich ein besonderes Erlebnis bieten. Es dauerte ein wenig, aber dann fiel meine Wahl auf Frankfurt und das dortige Opernhaus, die Neue Oper Frankfurt. Als ganz besonderer Glücksfall entdeckte ich auf dem Spielplan die fast unbekannte Verdi-Oper Stiffelio. Da mir das Werk überhaupt nichts sagte, befragte ich Kenner dazu und selbst die fragten erst mal irritiert nach, weil sie dachten, ich würde von Fidelio sprechen. Aha, offensichtlich war mir da wirklich eine kleine Sensation gelungen und auch für den Beschenkten war diese Oper eine Premiere. Ist Frankfurt immer eine Reise wert? Aber bevor der Kunstgenuss auf dem Programm stand, war erst einmal Sightseeing in Frankfurt angesagt. Unser Hotel Skyline lag ziemlich zentral, nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt und doch etwas abseits von Frankfurts …

Mode von Jean-Paul Gaultier

JEAN-PAUL GAULTIER

Wie kein zweiter Designer fordert Jean-Paul Gaultier mit seinen kühnen und ironischen Kreationen unsere Vorstellung von Mode und Schönheit heraus. Exklusiv in Deutschland zeigt die Kunsthalle München eine umfassende Ausstellung, in der sein vielfältiges und faszinierendes Werk gewürdigt wird. Nachdem in Paris über 420.000 Besucher die Schau erlebt haben, bot die Kunsthalle nun die letzte Chance, in Gaultiers wunderbare Modewelt einzutauchen. Modeimpressionen von Jean-Paul Gaultier Leider endet die Ausstellung bereits am 14.2.2016. Nachfolgend nun ein paar Impressionen der Ausstellung.

Zwirbeldirn beim Geigen-Groove im Parktheater

ZWIRBELDIRN

Als Bayer – aber vermutlich auch als Nichtbayer – muss man die Zwirbeldirn unbedingt einmal live gehört haben. Ob man allerdings alles versteht als Nichtbayer, das ist eine andere Frage. Auch wenn sich die drei Musikerinnen immer wieder sehr bemühen, in gewollt gespreiztem Hochdeutsch dem geschätzten Publikum zu verdeutlichen, um was es in ihren nächsten Stücken geht, so muss mancher Zuhörer jedoch spätestens bei dem einen oder anderen Songtext kapitulieren. Aber das spielt bei den Zwirbeldirn ja letztendlich keine Rolle. Zugegeben ist es witziger, wenn man versteht, von was die Mädels singen, wenn sie „A Bier will I ham“ oder „Wurst und Poesie“ anstimmen, aber eigentlich reicht schon die Mimik auf den Gesichtern der Musikerinnen und deren fantastisches Geigen- und Bratschenspiel aus, um sich dem Genuss ihres „Geigen-Grooves“ voll hinzugeben. Zwirbeldirn machen einfach nur Musik. Einfach nur? Drei Frauen, drei Stimmen, drei Geigen – und ein Herr am Kontrabass. Das sind die Zwirbeldirn. Und was machen sie für Musik? Wenn man die Zwirbeldirn fragt, dann bekommt man folgende Antwort: „Wir bezeichnen das, was wir machen, …

Das Musical Mozart in Wien

MOZART! DAS MUSICAL

Na ja, eigentlich bin ich ja nicht so der große Musical-Fan. Aber wenn man dann schon mal in Wien ist und noch dazu einen der Musical-Darsteller gut kennt, dann ist es sicherlich ein Muss, sich die Produktion im Raimond-Theater anzusehen. Mozart gehört einfach zu Wien, wie der Prater oder der Stefansdom. Also, warum sich nicht einmal auf diese Art und Weise mit ihm auseinandersetzen? Die Karten für das Musical Mozart sind auch für eine Sonntagabend-Vorstellung nicht gerade ein Schnäppchen. Aber wenn man, so wie wir Glück hat, dann bucht man eine der günstigeren Karten und rückt einfach in die Mitte auf, wenn bei Vorstellungsbeginn noch ausreichend freie Plätze sind. So hatten wir einen Paradeplatz in der ersten Reihe Mitte des zweiten Rangs mit einem wunderbaren Überblick auf die Bühne und in den Orchestergraben. Im Musical Mozart kommt man musikalisch auf seine Kosten Und das Musical überrascht. Während bei vielen anderen Musical-Produktionen durch aufwändige Technik und Effekte vom eigentlichen stimmlichen Geschehen auf der Bühne abgelenkt wird, ist dies bei Mozart überhaupt nicht der Fall. Das Bühnenbild …

Hasemanns Töchter

HASEMANNS TÖCHTER

„Warten“ so heißt das Thema des Abends. Der Zuschauer ahnt zwar worauf, aber so richtig wird es ihm erst klar, als das Christkind sich dann persönlich per Handy bei Hasemanns Töchter meldet und sich für den Abend entschuldigt, weil es noch auf der After-Party beim Nikolaus versumpft ist. Krippenspiel der Hasemanns Töchter Also findet das Krippenspiel halt ohne die heilige Beteiligung statt. Sei es drum. Die beiden Hasemanns Töchter sind auch völlig ausreichend, um dem Publikum im Hofspielhaus einen köstlich unterhaltsamen Abend zu verschaffen. Stimmgewaltig und ausdrucksstark präsentieren sich Maria Hafner und Julia Loibl auf eine ausgesprochen komische Art bei dem „Weihnachtsspezialkonzert“, wie der Untertitel des Bühnenprogramms lautet. Egal, ob man die Vorweihnachtszeit liebt oder ihr am liebsten entfliehen würde, an diesem Abend kommt jeder auf seine Kosten. Zumal, mangels Christkind, auf ganz andere Themen ausgewichen und profanere Inhalte musikalisch zum Besten gegeben werden, wie z.B. das Isarsplittern und der Riesenhit. Das Publikum ist dankbar dafür! Auftritt im Hofspielhaus Der Rahmen im Hofspielhaus ist perfekt für den Auftritt der beiden Originale, auch wenn der Zuschauerraum …