Alle Artikel in: Reisen

SANSIBAR

Sansibar oder der letzte Grund – das hatte ich in der Schule gelesen. Und obwohl das Buch eigentlich gar nichts mit der Tropeninsel zu tun hat und der Name nur für eine undefinierbare Sehnsucht steht, war auch in meiner Erinnerung der Name immer mit Fernweh, Sehnsucht und Geheimnisvollem verbunden. Sansibar, die Gewürzinsel im Indischen Ozean, Schmelztiegel der arabischen, indischen und afrikanischen Kultur, Zentrum des Sklavenhandels bis ins 19. Jahrhundert, Heimat der schönsten Strände der Welt.     Jetzt sollte es also soweit sein und ich das Ziel meiner jungendlichen Sehnsüchte bald selbst bereisen. Denn nach unserer Äthiopienreise wollten wir noch ein paar Tage am Strand verbringen und aufgrund der guten Flugverbindungen von Ethiopien Airlines ergab sich bald Sansibar als die optimale Destination, um mit ein paar faulen Tagen am Meer den Urlaub zu beschließen. Doch Sansibar ist auf jeden Fall zu schaden, nur am Strand zu liegen, daher hatten wir auch für die Insel Pläne – nicht viele, aber immerhin stand ein absolutes Muss auf unserer To-Do-Liste, nämlich die Hauptstadt der Insel, Stonetown.   Bereits …

MYANMAR

Fünf Jahre ist meine Reise nach Myanmar nun her. Damals hatte ich noch keinen Blog geschrieben. Aber da ich die gewaltigen Eindrücke dieser Reise dennoch keinem meiner Leser vorenthalten möchte, möchte ich wenigstens mit Fotos ein bisschen was von der Faszination des Landes widerspiegeln. Viele Jahre geisterte die Idee, dieses fast völlig von der Außenwelt isolierte Land zu besuchen,  schon durch meinen Kopf. Aber aufgrund der internationalen Sanktionen gegen das Land gestaltete sich das nicht so einfach, da es kaum möglich war, einen Flug nach Yangon zu bekommen. Als wir es in einer kleinen 4er-Gruppe schließlich 2012 angingen eine Reise zu planen, hatten sich die Restriktionen schon deutlich reduziert. Dennoch schien es viel zu zeitaufwändig – sowohl im Vorfeld, wie auch vor Ort – die Reise auf eigene Faust durchzuführen. Denn inzwischen boomte Myanmar – es gab aber viel zu wenig Unterkünfte und vor allem keine Möglichkeit, mit diesen im Vorfeld in Kontakt zu treten. So entschlossen wir uns, die Reise über meine Freundin Kerstin Knuth zu buchen, Miteigentümerin von Comtour, die Myanmar kurz zuvor …

STOCKHOLM

Es ist lang her, dass ich das letzte Mal in Stockholm war. Und an einiges konnte ich mich nicht mehr so recht erinnern, beziehungsweise es präsentierte sich jetzt ganz anders, als es mir das Gedächtnis vorgaukelte. Aber in einem war ich mir sicher und da trog mich auch die Erinnerung nicht: Stockholm ist eine der schönsten Städte Europas – vor allem, wenn auch das Wetter so mitspielt, wie bei unserem verlängerten Wochenende in der schwedischen Hauptstadt. Nach unserer Anreise mit Airberlin ging es vom Flughafen Arlanda superflott mit dem Flughafenbus in 40 Minuten zum Hauptbahnhof (99 SEK, ca. 10 €). Mit dem Arlanda-Express (280 SEK, ca. 28 €) würde es noch schneller gehen, nämlich in 20 Minuten, aber der kostet über das Dreifache mehr und letztendlich gehören diese ersten Eindrücke vom Flughafen bis zur Innenstadt ja zu einer Reise wie die Sehenswürdigkeiten. Bei der Suche nach dem passenden Hotel hatte ich bei booking.com eine Vorauswahl getroffen und die letzte Entscheidung diesmal meiner Reisegefährtin überlassen. Sie hatte sich für das charmante Boutiquehotel Drottning Kristina Stureplan entschieden. …

BURGUND

Es gibt ja nicht so besonders viele größere Städte in Europa, die ich auf meinen Reisen noch nicht besucht habe, aber Dijon im Burgund gehörte bisher dazu. Und das, obwohl ich Senf über alles liebe, gerade den deliziösen Senf aus Dijon. Der Plan war, sich in Dijon eine nette Unterkunft zu suchen und dann ganz gemütlich ein paar Ausflüge in die Umgebung zu machen. Das mit der Unterkunft gelang uns bravourös über Airbnb und so landeten wir bei Thierry und seiner Familie. Er stellte uns in der Stadtvilla eine eigene, bezaubernd renovierte Einliegerwohnung zur Verfügung, wie man sie vergleichbar selten zur Vermietung findet. Außerdem konnten wir auch noch den paradiesisch angelegten Garten mitnutzen, was  vor allem bei den sehr sommerlichen Temperaturen ein toller Mehrwert mit Erholungsfaktor war. Und das ganze Idyll befand sich perfekterweise gerade mal fünf Gehminuten vom Zentrum entfernt. Dijon – Hauptstadt des Burgund Prachtvoll ist wohl der richtige Begriff, wenn man Dijon in einem Wort beschreiben muss. Zauberhaft fällt einem anschließend wohl auch gleich noch dazu ein. Der Reiz der Stadt basiert …

BRETAGNE

Zunächst war die Reise in die Bretagne eher eine Notlösung, weil wir für die ursprünglich geplante USA-Reise kurzfristig kein Visum bekommen hatten. Im Nachhinein waren wir den Amerikanern rundum dankbar, dass sie uns aufgrund einer zurückliegenden Iran-Reise die Einreise so erschwert hatten, dass es mich nach so vielen Jahren Abstinenz endlich wieder auf bretonischen Boden verschlug. Über Airbnb hatten wir uns ein Häuschen in Belz, direkt am Fluß Etel im Departement Morbihan gemietet. Allein die Fotos von dem typisch bretonischen Fischerhäuschen, von dem aus man einen Blick aufs Wasser hatte, erhöhten die Vorfreude auf die Tage enorm. Ruhe und Erholung brauchten wir ganz dringend! Den ganzen Tag aufs Wasser schauen, lesen, Austern schlürfen, Muscheln essen, Cremant trinken und hin und wieder einen entspannten Ausflug in die Umgebung machen – so hatten wir uns die Tage am Atlantik vorgestellt und genau so machten wir es auch. Die Bretagne – das Ende der Welt? Die Bretagne – das Ende der Welt für die Einen, der Anfang von Allem für die Anderen. Kaum ein anderes Volk ist so …

MARTELLTAL

Ich dachte immer, ich würde den größten Teil der Täler Südtirols, wenigstens dem Namen nach, kennen. Aber offensichtlich gibt es, wie das Martelltal zeigt, doch selbst in einer so touristischen Region noch einige, mir unbekannte Regionen. Das Martelltal – ein Seitental des Vinschgaus Dabei wurde das Martelltal, das ein Seitental des Etschtals im mittleren Vinschgau ist, schon relativ früh für den Tourismus erschlossen. Schon in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde dort die erste Schutzhütte des Alpenvereins erbaut. Um diese Zeit entstand auch eine Art Kurbetrieb in Bad Salt, einem kleinen Örtchen in der Mitte des Tales. Eine dunklere Seite des Fremdenverkehrs begann in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, als am Ende des Martelltals die Italiener das monumentale Hotel Paradiso erbauten, das lediglich zwei Jahre in Betrieb war, bis der zweite Weltkrieg ausbrach. Nach dem Krieg ging es schon 1946 in Konkurs, erlebte einige Wiederbelebungsversuche und steht nun wie ein Mahnmal inmitten des Nationalparks Stilfser Joch, zu dem das Martelltal gehört. Das im Zerfall begriffene Hotelgebäude ist wahrlich keine Zierde, aber dennoch wirkt …

GRAZ

Bei der Überlegung, was denn ein schönes Reiseziel für ein verlängertes Wochenende sein könnte, fiel mir meine Begeisterung für Graz wieder ein, das ich erstmals im Jahr 2003, als es Kulturhauptstadt wurde, kennenlernen durfte. Was sind die Motive, die Graz eine Reise wert machen? Auf Anhieb fällt es schwer, diese Frage in aller Kürze zu beantworten. Vermutlich ist es das Gesamtbild der zweitgrößten Stadt Österreichs, die mit einer ganz besonderen Atmosphäre aufwartet. Graz besitzt eine der schönsten Altstädte in Europa, noch dazu mit mediterranem Flair. Aber der altehrwürdige Schein trügt, denn Graz ist auch eine pulsierende Studentenstadt mit einer kreativen und schnelllebigen Kulturszene. Der restliche Reiz resultiert aus den osteuropäischen Einflüssen, die aufgrund der Grenznähe mal mehr, mal weniger subtil ins Auge fallen. Und wenn man so gar nichts von Kultur, Architektur und Geschichte hält, dann ist es die steirische Kulinarik, die einen in der Stadt an der Muhr in Begeisterung versetzen wird. Es ist also schier unmöglich, sich nicht für Graz zu begeistern. Altstadt von Graz Enge malerische Gassen und Straßen in der Grazer …

Blick auf die Alexander-Newski-Kathedrale

SOFIA

Wie kommt man denn auf Sofia und gibt es dort überhaupt etwas zu sehen? Tja, so genau wussten wir das auch nicht. Schuld war eigentlich Ryanair, die die bulgarische Hauptstadt von Memmingen aus anfliegt. Und beim Durchscrollen der Reiseziele auf der Homepage stieß ich auf Sofia. Ich war noch nie in Bulgarien – das einzige Reiseland in Europa, das mir auf meiner Länderliste noch fehlte. Meine Freundin Annegret war sofort mit dabei. Für 34 Euro nach Sofia Der Flug kostete hin- und zurück gerade mal 34 Euro. Beim Gepäck schlägt die Billigairline ja bekanntlich nochmal richtig zu und so flogen wir für 34 Euro und unsere Taschen für je 50 Euro. Aber im November bei winterlichen Temperaturen nur mit Handgepäck zu reisen, war uns dann doch ein wenig zu basic. Die Flugzeit dauert bequeme zwei Stunden – die übersteht man auch mit Ryanair problemlos. Und in Sofia geht auch alles ganz flott, da der Flughafen so überschaubar ist. Gepäckband, Passkontrolle – nach 15 Minuten ist man schon mit allem durch. Etwas länger dauert es dann, …

JAPAN

Japan? Du meine Güte, was willst du denn da? Oder: Japan? Wow! Wie klasse! Wie schon häufig erlebt, polarisierte mein Reiseziel. Aber diesmal war es dann doch die überwiegende Mehrheit meiner Freunde, die sich begeistert oder wenigstens fasziniert zeigte, als ich meine Entscheidung, nach Japan zu reisen, kund tat. Wenn einmal der Entschluss gefasst ist, dann verläuft es ja oft sehr ähnlich: Man lauscht den Erzählungen von Freunden, die schon dort waren, liest erste Literatur, um die Reiseroute grob zu planen und bemerkt plötzlich, dass es unglaublich viele Berichterstattungen zum Land des Lächelns gibt. Und je mehr man sich einliest und vertraut macht, umso mehr bemerkt man, wie fremd einem Japan und seine Einwohner doch sind. Es scheint fast, dass sie uns mit ihren Traditionen und Gebräuchen kaum je begreifbar werden. Und je skurriler die Schilderungen aus Nippon, desto größer wurde meine Sehnsucht, das jetzt alles vor Ort selbst zu erleben. Vor der Reise 17 Tage sind nicht besonders viel, um ein Land kennenzulernen. Diesmal war es aber nicht nur die begrenzte Urlaubszeit, sondern auch …

Weinbar Dietrich

WINETASTING IN DER PFALZ

Immer wieder die Pfalz. Aber meine Leser kennen ja inzwischen meine Vorliebe für diese wunderschöne Ecke rund um Bad Dürkheim. Vor Jahren haben mich auf Reisen immer wieder die tollen Weingüter Südafrikas und Westaustraliens begeistert. Verursacht natürlich einerseits durch klasse Weine, aber vor allem auch durch die toll gelegenen und gestalteten Locations und die unkomplizierte Art der Gastfreundschaft. Wie herrlich konnte man da auf den Veranden sitzen, Verkostungen machen und kleine Leckerbissen genießen. Warum gab es sowas nur nicht in unseren verstaubten Winzerbetrieben in Deutschland? Weinbar Dietrich in Großkarlbach Es hat ein paar Jahre gedauert, aber jetzt gibt es sie! Und da ich ja an Vielem in der Pfalz inzwischen Gefallen gefunden habe, verwundert es nicht, dass ich euch heute ein paar dieser toll gestalteten Plätzchen hier vorstellen möchte. Unser Weg führt uns zunächst in die Weinbar Dietrich in Großkarlbach. Ist das wirklich die Pfalz? Man kommt sich fast vor wie in der Toskana, wenn man die kleine Anhöhe zur Weinbar hinaufsteigt, sich bei schönem Wetter auf der Terrasse platziert oder sich bei nicht ganz …